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Das Anschreiben: die Basics
Benedikt Mandl

Ein gutes Anschreiben ist nicht leicht zu verfassen. Es soll kurz, aber aussagekräftig sein. Besonders Berufseinsteigern fällt das schwer. Wir sagen, wie es geht.



Der erste Satz tut immer ein bisschen weh. Ein gänzlich weißer Bildschirm vor Augen verdirbt selbst abgebrühten Karriereprofis die Lust auf das Verfassen eines Anschreibens. Bei Berufseinsteigern ist das meistens wohl noch schlimmer, dabei sind Anschreiben oder Deckbriefe für Bewerbungen besonders wichtig. Sie sollen Interesse wecken und den ersten Eindruck vermitteln. 

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Standardsätze zünden nicht.

Der erste Satz im Anschreiben ist oft der schwerste

"Hiermit möchte ich mich um die Stelle als Lehrling im Bereich Einzelhandel in Ihrem Unternehmen bewerben" sorgt bestenfalls für ein Gähnen. Bessere Vorschläge finden Berufseinsteiger in Vorlagen, die originellere Pfade beschreiten wollen. 

"Als Hauptschulabsolvent mit Leidenschaft für kaufmännische Aufgaben freue ich mich auf eine Karriere im Einzelhandel. Eine Lehre in Ihrem Unternehmen scheint mir der perfekte Einstieg zu sein", wäre im Vergleich viel besser, dynamischer und hält die Spannung aufrecht. 

Phrasen im Anschreiben vermeiden

Es bleibt bei Anschreiben allerdings nicht bei nur einem Satz. Es lauern weitere Gefahren, auch anderswo wollen abgedroschene Phrasen vermieden sein.

"Auch die Abschlussfloskel 'In Erwartung Ihrer Antwort' ist häufig zu lesen, zeigt aber von Interesselosigkeit und Passivität", meint dazu Mag. Elfriede Gerdenits, Karrierecoach in Baden bei Wien. Für diese, so Gerdenits, sei es besonders wichtig, möglichst schnell nach dem Ende der Ausbildung den Einstieg in die Arbeitswelt  zu schaffen. 

Qualität im Anschreiben schlägt Quantität

Sich zu sehr auf Standardvorlagen zu verlassen kann da sehr hinderlich sein: "Der gröbste Fehler ist ein identischer, nicht personalisierter Bewerbungsbrief für unterschiedliche Zielfirmen. Solche 08/15 Briefe gleichen Postwurfsendungen und stoßen auf kein Interesse." 

Nur die Länge ist mehr oder weniger vorgegeben: Drei aussagekräftige Absätze reichen für ein gutes Anschreiben. Qualität schlägt also Quantität – und das nicht nur bei der Länge des Textes.

Stärken mit Beispielen belegen

"Erstbewerber und Berufseinsteiger setzen - noch mehr als Ältere - auf Masse statt Klasse, gehen nicht auf das Zielunternehmen ein, verwenden Vordrucke oder Textbausteine und verstehen es nicht, ihre Persönlichkeit zur Geltung zu bringen", sagt Gerdenits. "Außerdem schleichen sich oft Redundanzen mit dem Lebenslauf ein, weil Jobeinsteigern zu wenig einfällt, um ihr Anschreiben sinnvoll zu füllen. Stärken werden dann aufgezählt, anstatt sie mit griffigen Beispielen zu belegen."

Solche Beispiele finden sich in der Biographie von fast jedem Bewerber, auch von ganz jungen. Dr. Wolfgang Amanshauser ist Karrierecoach und Berater in Salzburg, er betreut auch viele junge Klienten. Er rät dringend dazu, auch außerschulische Leistungen oder Aktivitäten neben dem Studium zu beachten: Sie sind oft dazu geeignet, Engagement, Führungskompetenz und soziale Fähigkeiten zu belegen. "Wenn Berufseinsteiger zum Beispiel Mitglieder in Vereinen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz oder auch Blasmusik sind, dann sollten sie dies unbedingt im Anschreiben anführen". 

Lebenslauf und Anschreiben sollen sich ergänzen

Wiederholungen mit dem Lebenslauf soll man aber vermeiden: Während Bewerber im Anschreiben konkrete Situationen innerhalb der Vereine anführen können, in denen sie etwa Führungskompetenz zeigten, so soll der Eintrag im CV tabellarisch und nüchtern sein. 

So ergänzen sich Lebenslauf und Anschreiben, ohne sich zu wiederholen. Entsprechende Beispiele sollen aber immer mit dem Anforderungsprofil der angestrebten Stelle abgestimmt sein.

Einwandfreie Orthographie und Grammatik

Dafür rät Elfriede Gerdenits zu einem Perspektivenwechsel: Bewerber sollen sich überlegen, was denn der Personalist in einem Mitarbeiter sucht. Im Anschreiben selbst zählen darüber hinaus auch ein paar formale Kriterien, die man beachten sollte. 

Gerdenits fasst sie zusammen: "In erster Linie einwandfreie Orthographie und Grammatik. Personaler wollen erkennen, dass der Berufseinsteiger einen guten Grund hat, sich im jeweiligen Unternehmen zu bewerben. Sie erwarten, dass Jugendliche den Bewerbungsbrief selbst verfasst haben und nicht erkennbar ist, dass die Eltern oder ein Profi hier die Hand geführt haben."

(Bild: Baris Onal)

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